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«Das Jahr 2020 ist in vielerlei Hinsicht historisch»

Im November wählen die USA ihren Präsidenten neu. Egal, wer gewinnt – die Finanzmärkte werden reagieren. Darum beobachten die Anlagespezialisten der Migros Bank das Geschehen ganz genau.

Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten rückt immer näher. Entsprechend steigt die Unsicherheit an den Aktienmärkten. «Wahlen und Wahlkämpfe sind stets im Fluss, mit Wendungen selbst in normalen Zeiten. Das Rennen ist noch nicht gelaufen», sagt Markus Wattinger, Leiter des Investment Office der Migros Bank. Sein Team aus erfahrenen Anlagespezialisten verfolgt die Finanzmärkte eng und setzt erfolgreich die Anlagelösungen der Migros Bank um, beispielsweise Vermögensverwaltungsmandate.


Herr Wattinger, wer macht das Rennen um die US-Präsidentschaft: Donald Trump oder Joe Biden?

Der demokratische Herausforderer Joe Biden liegt in den Wahlumfragen derzeit vorne. Aufgrund seines Krisenmanagements in der Corona-Pandemie und bei den Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus hat Donald Trump zwar viel Kritik einstecken müssen. In weiten Bevölkerungskreisen geniesst er aber nach wie vor grosse Unterstützung. Bis zu den Wahlen im November kann noch viel geschehen.

Was spricht gegen einen Wahlsieg Bidens?

Hinterlässt Biden in den Präsidentschaftsdebatten einen schwachen Eindruck, könnte er unter Druck geraten. Er hat in seinen bisherigen Auftritten nicht immer überzeugt. Enttäuschende Wirtschaftsdaten oder deutliche Kurskorrekturen an der Börse würden Trumps Siegeschancen mindern. Von erfreulichen Nachrichten über mögliche Covid-19-Impfstoffe und eine kräftige Konjunkturerholung könnte er hingegen profitieren.

Das Rennen bleibt also offen?

Wegen des US-Wahlsystems wird sich die Präsidentschaftswahl wohl vor allem in den fünf «Swing»-Staaten Pennsylvania, Florida, Wisconsin, Michigan und Arizona entscheiden. 2016 hatte Trump in diesen Bundesstaaten gewonnen, derzeit liegt da aber Biden mehrheitlich in Führung. Es bleibt daher spannend. Wahlen und Wahlkämpfe sind stets im Fluss, mit Wendungen selbst in normalen Zeiten. Die Wahl von 2016 ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Stimmung in der Bevölkerung mitunter falsch eingeschätzt wird.

Markus Wattinger, Leiter des Investment Office der Migros Bank.
Markus Wattinger, Leiter des Investment Office der Migros Bank. Quelle: Migros Bank

Beeinflusst die Präsidentschaftswahl die US-Börse?

Das Jahr 2020 ist in vielerlei Hinsicht historisch. Auf den schnellsten Bärenmarkt aller Zeiten folgte eine ebenso spektakuläre Börsenrally. Und während die US-Wirtschaft im zweiten Quartal so stark eingebrochen ist wie nie zuvor, dürfte sich das Bruttoinlandprodukt im Vorquartalsvergleich nun in einem Rekordtempo erholen. Darum ist das laufende Jahr nur bedingt vergleichbar mit früheren Wahljahren.

Erwarten Sie grössere Kursschwankungen?

Je näher der Wahltag rückt, desto stärker tritt die Präsidentschaftswahl ins Rampenlicht. Die Volatilität wird zunehmen, weil Wahlen stets mit Unsicherheiten verbunden sind. Die Folgen der Covid-19-Krise, weitere Stimulierungsmassnahmen und die Entwicklung am Arbeitsmarkt dürften die US-Börse mittel- und längerfristig aber stärker beeinflussen als die Präsidentschaftswahl.

«Es hängt nicht nur davon ab, wer das Weisse Haus besetzt, sondern auch davon, ob der Senat in republikanischen Händen bleibt.»

Wie wichtig sind die Kongresswahlen?

Die Sitzverteilung im Senat und die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses sind genauso bedeutend wie die Präsidentschaftswahl. Im Kongress entscheidet sich, ob und in welchem Umfang der Präsident seine Agenda umsetzen kann. Die künftige Handelspolitik beispielsweise hängt nicht nur davon ab, wer das Weisse Haus besetzt, sondern auch davon, ob der Senat in republikanischen Händen bleibt. Denn der Kongress hat die Befugnis, neue Handelsabkommen zu genehmigen.

Wird sich bei einer Biden-Präsidentschaft das Verhältnis zwischen China und den USA verbessern?

Die Anti-China-Stimmung findet in den USA parteiübergreifende Unterstützung. Gegenüber Peking dürfte Biden aber moderater und weniger konfrontativ auftreten als Trump. Auch das Verhältnis zu Europa dürfte sich unter Biden entspannen. Trump dagegen würde seine antichinesische Haltung wohl verstärken. Darunter litte wohl vor allem der Technologiesektor. Bei einer Wiederwahl Trumps nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich die USA aus der Welthandelsorganisation WTO zurückziehen werden.

Obama setzte bei der Bewältigung der Finanzkrise auf Kontinuität statt auf Parteiinteressen.

Falls Trump gewinnt, gerät dann US-Notenbankchef Jerome Powell wieder stärker unter Druck?

Trump könnte Powell durchaus für eine zweite Amtszeit behalten. Aber er hat den Fed-Chef in der Vergangenheit wiederholt scharf kritisiert. Eine Wiederwahl Powells ist daher nicht gewiss. Biden könnte sehr wohl Powell beibehalten, zumal er für seine Notenbankpolitik während der Corona-Wirtschaftskrise viel Lob erhalten hat. Bidens ehemaliger Chef, Ex-Präsident Barack Obama, hielt 2008 auch an Ben Bernanke fest, obwohl er vom Republikaner George W. Bush zum Fed-Vorsitzenden ernannt worden war. Obama setzte bei der Bewältigung der Finanzkrise auf Kontinuität statt auf Parteiinteressen.

Wird die Migros Bank je nach Wahlausgang ihre Anlagestrategie ändern?

Das kann ich noch nicht sagen. Wir beobachten den Wahlkampf genau. Sollte sich ein Wahlsieg Bidens abzeichnen, könnte das an den Börsen aufgrund seiner Steuerpläne zunächst verhalten aufgenommen werden. Das ändert aber langfristig nur wenig an der Attraktivität von US-Aktien. Allfällige Kursrücksetzer dürften als Kaufgelegenheit betrachtet werden.

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Dieser Beitrag wurde von Commercial Publishing in Zusammenarbeit mit Migros Bank erstellt. Commercial Publishing ist die Unit für Content Marketing, die im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia kommerzielle Inhalte produziert.